SEO: Artikel-Überschriften (Titel) und die Google-Logik

Dieser Artikel wurde zuerst in unserem Steemit-Blog veröffentlich.

Heute mal wieder ein kleiner SEO-Artikel von mir.
Anders als viele andere berichten wir hier nur über unsere eigenen Erfahrungen und die, dass könnt ihr glauben, sind sehr umfangreich. Schon seit 1999 haben wir erkannt, dass es möglich ist, Websites Vorteile bei den Suchmaschinen zu verschaffen. Damals war das noch sehr einfach.
Wir schoben eine Unmenge an Meta-Keywords in den Head der Website und schon fand Google die Website. Der Googlebot ließ sich sehr einfach beeinflussen.
Heute hat eine künstliche Intelligenz das Ruder bei Google übernommen und diese interessiert sich absolut nicht mehr für Meta-Keywords. Hier zählt nur noch der semantische Zusammenhang des Contents im Hinblick auf die Suchanfrage.

So gut wie alle klassischen On-Page-Maßnahmen sind heute zweitrangig und haben, wenn überhaupt, nur noch sehr marginal einen Einfluss auf das Ranking. Natürlich muss eine Website technisch fehlerfrei sein, aber die Attribute im HTML-Quelltext haben nicht mehr die Macht wie früher.
Ein Beispiel: Hatte früher eine H1-Überschrift immer eine besondere Stärke, muss das heute nicht mehr gelten.

Ich sehe alle Webmaster-Hangouts (wirklich alle) und dort wird sehr viel erzählt, wenn der Tag lang ist. Die Realität sieht jedoch anders aus und diese bedeutet tatsächlich: Jeder(!) sieht seine eigenen SERPS. Ich könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupten, jeder hat sein eigenes Internet. Alles ist abhängig vom Ort der Abfrage und von den zur Verfügung stehenden Daten des Anfragenden bzw. des Endgerätes in Bezug auf die Suchanfrage.

Der Durchschnitts-User hat keine Ahnung von Tracking-Methoden und kümmert sich kaum um seine digital erzeugten Spuren, aber genau diese lassen einen personalisierten Datensatz anwachsen. Dieser kann sehr beträchtlich im Umfang werden und beeinflusst die Suchergebnisse.

Am einfachsten kann man es verstehen, wenn man Youtube heranzieht. Hier hat jeder bestimmte Kanäle abonniert und zeigt Youtube damit seine Interessen. Jedes Like oder Share wird gesammelt und so weiß Youtube, was jeder mag. Endsprechend werden Meldungen bei Euch eintrudeln und Videovorschläge gemacht. Youtube individualisiert das Portal speziell für jeden Geschmack und natürlich wird auch die Werbung entsprechend ausgespielt. Ein Gamer wird viel öfter Werbung zu Spielen sehen als z.b. jemand der sich nur für Musik interessiert. Das Ganze ist auch logisch nachvollziehbar. Je besser die Zielgruppe eingegrenzt wird, je höher ist die Klickrate. Nun, das ist wirklich eine sehr alte Regel, aber diese gilt heute immer noch. Manche Dinge ändern sich eben nie :-).

In einer ähnlichen Weise werden die SERPS (Die Ergebnis-Seiten der Suche) für jeden anders aussehen. Eine Ausnahme bilden hier große internationale Konzerne. Diese haben alle ein großes Budget und dieses sichert ihnen eine gute Platzierung und allumfassende Sichtbarkeit.
Das alles wird niemand offiziell seitens Google zugeben, aber es ist so. Glaubt mir oder glaubt mir nicht. Die Algorithmen laufen in Echtzeit bei dieser KI zusammen und die SERPS werden in Echtzeit und vor allem individualisiert ausgespielt.

Suchst Du in Frankfurt/Main z.B. nach „Auto kaufen“ wirst Du andere Ergebnisse erhalten, als wenn dieselbe Suche in Frankfurt/ Oder getätigt wird. Auch hier können wir die Logik der lokalen Komponente nachvollziehen. Es macht natürlich bei Produkten die direkt vor Ort gekauft werden können einen Sinn, den Ort mit einzubeziehen, von wo die Anfrage kommt.

Anders sieht es bei Produkten aus, die Online erworben werden können. Ihr könnt es selbst testen und viele wissen es auch. In den SERPS finden wir auf den ersten Plätzen immer erst die großen Verkaufts-Portale. Ob das gerecht ist, steht auf einem anderen Blatt, es ist jedenfalls so. Bei Google geht es auch nicht um Gerechtigkeit, sondern um Geldverdienen. Ich weiß, Google hört so etwas nicht gerne, aber es ist nun mal so. Kleine Online-Händler haben es deswegen sehr schwer gegen diesen enormen Wettbewerb zu bestehen. Bei Massenware ist es fast unmöglich einen gut laufenden Online-Shop aufzubauen. Bei Nischen-Produkten sieht es da besser aus.

Ok, jetzt habe ich wieder viel geschrieben, ohne auf das eigentliche Thema einzugehen. Dieses geht ja aus der Überschrift dieses Artikels hervor. „Artikel-Überschriften (Titel) und die Google-Logik“.

Damit ich nicht individualisierte SERPS erhalte, verwende ich eine Proxi-Suchmaschine wie z.B. startpage.com. Diese Suchmaschine verwendet den Index von Google, verhindert aber, dass Google „weiß“ wer da Etwas sucht. Die Proxi-Suchmaschine hängt sich sozusagen zwischen dem Anfragendem (Suchenden) und Google. Damit können die Ergebnisse nicht mehr individualisiert werden und die SERPS zeigen ein relativ neutrales Ergebnis.
Google behauptet ja immer, die bestmöglichen Ergebnisse zu liefern und das bedeutet, ein Suchergebnis zu zeigen, welches der Anfrage am ehesten entspricht.

Ich habe vor zirka einem Monat einen Artikel bei uns im Blog geschrieben. Dieser trägt die Überschrift: „ Crypto-Währungen im Auge behalten“, natürlich mit einem H1-Tag versehen. Wenn ich nun genau nach dieser Überschrift mit der Proxi-Suchmaschine suche, die wie ich bereits schrieb, den Google-Index verwendet, finde ich den Artikel erst auf Platz 80. Dieser Platz befindet sich also auf Seite 8 der Suchergebnisse. Damit hat dieser Artikel keine Chance organischen Traffic zu erhalten. Alle anderen Ergebnisse davor tragen andere Überschriften, enthalten auch nicht die Formulierung meiner Überschrift im Content und weichen damit erheblich von der Suchanfrage ab. Damit ist zweifelsfrei bewiesen, dass eine Artikel-Überschrift für sich alleine gesehen, die Chance auf ein gutes Ranking nicht beeinflusst. Diese Erkenntnis ist sogar für mich neu!

Offensichtlich korreliert der Inhalt meines Artikels (in den Augen von Google) in diesem Fall nicht genügend mit der Überschrift. Hier findet Ihr den Artikel: https://www.seo-boss.de/center/crypto-waehrungen-im-auge-behalten/

Als erstes kommt bei mir die Frage auf: Habe ich eine falsche Überschrift gewählt? Ja, das kann sehr gut sein. Eine Überschrift muss wohl zwingend ankündigen, was sich im Artikel befinden wird. Das allein zu realisieren ist schon eine kleine Herausforderung, steht jedoch der redaktionellen Freiheit entgegen, die Überschrift nach eigenem Gefallen wählen zu dürfen/ können.

Es wird in Zukunft immer schwieriger Websites für die Suche zu optimieren. Entscheidend ist und bleibt der Content.
Content ist und bleibt King. Gute Seo-Agenturen wissen sehr genau, dass heute die Hauptaufgabe darin besteht, die allgemeine Sichtbarkeit einer Website zu erhöhen. Alte Tricks helfen heute nicht mehr. Die Suchmaschienen sind einfach zu intelligent und folgen Ihrer eigenen Agenda. Gerechtigkeit ist in dieser nicht enthalten.

Copyright by @seo-boss

Gerne darf dieser Artikel in andere Sprachen übersetzt werden. Einzige Bedingung ist ein Verweis auf diesen Artikel hier.

Mein Alexa Traffic Rank bleibt stehen

Seit Google seinen öffentlichen Pagerank beerdigt hat, sehen viele auf den Alexa Traffic Rang. Dieser hat definitiv vom Tod des öffentlichen PRs profitiert. Dieser Rang oder eben (engl.) Rank, ist ein erster guter Indikator für die Beliebtheit einer Website. Unter SEO´s genoß dieser Rank früher kein sehr hohes Ansehen. Man konnte diesen viel zu einfach beeinflussen. Ganz so einfach ist das heute nicht mehr und Alexa hat seine Qualitätskriterien ziemlich nach oben geschraubt. Wurde früher wirklich der komplette Roh-Traffic gemessen, sieht Alexa heute genauer hin und filtert z.B. Bot-generierten Traffic weitestgehend heraus. Es bringt in der Tat sowieso nichts solche Bots zu verwenden. Der daraus resultierende Nutzen geht gen NULL. Vielmehr schadet heute jede unnatürliche Erzeugung von Traffic dem Ansehen der Website bei den Suchmaschinen.

Es dürfte sich ja in der Zwischenzeit herumgesprochen haben, dass die großen Suchmaschinen von künstlichen Intelligenzen gesteuert und überwacht werden. Diese sind wirklich sehr intelligent und kennen z.B. die IP-Adressen von den bekanntesten Proxie-Servern. Ebenso sind alle VPN-Server und Dienste bekannt. Wer also künstlichen Traffic über Proxie oder VPN erzeugt, schürrt allein dadurch schon das Misstrauen der Suchmaschinen, jedenfalls ist das unser Eindruck. Es geht eben nichts über echten organischen Traffic, der über die Suchmaschinen oder über qualittativ hochwertige Backlinks entsteht.

Das uralte „Content ist King“ gilt heute mehr denn je! Ohne guten und uniquen Content hat eine Website keine Chance. Werbung schalten bringt sicher auch einiges an Traffic, besonders wenn die Zielgruppe gut getroffen wird. Da das schalten von Werbung bei den Suchmaschinen das Ranking in den SERPs selbst, nicht beeinflusst, ist damit eine direkte und nachhaltige Optimierung der Website nicht möglich. Die Effekte halten dann nur solange an, wie die Werbung eben geschaltet wird.

Zurück zum Alexa-Traffic-Rank. Die erste Frage die man hier stellen muss lautet: Ist dieser überhaupt etwas Wert? Wir würden diese Frage mit Ja beantworten. Warum? Weil es sonst kaum eine kostenlose Möglichkeit gibt, eine erste Aussage über die Beliebtheit einer Website zu treffen. Diesen Traffic-Rank kann jeder selbst einsehen und zwar auf dieser Seite.  Der Rang ist um so besser je kleiner er ist. Nicht berücksichtigt werden spezielle SEO-Metriken. Der Rang sagt erstmal nur aus, ob Leben auf einer Website stattfindet und in welchem Umfang. Wer hier seine Seite checkt und feststellt, dass diese gar nicht sichtbar ist, der hat eben einen Traffic-Mangel. Anders als früher, bekommt Alexa seine Daten nicht nur über die Browser-Addons, sondern über insgesamt 200 Sinalgeber. Darin werden einige Addons enthalten sein, aber ganz sicher auch Quellen, die wir nicht kennen.

In den letzten 8 Wochen wurde dieser öffentlich einsehbare Rang nicht mehr aktualisiert. Das ist schon sehr seltsam und ich kann mich nicht daran erinnern, dass dieser Rang so lange nicht aktualisiert wurde. Möglicherweise und dieser Gedanke ist sehr naheligend, wird der Alexa-Traffic-Rank früher oder später nur noch kostenpflichtig aktuell gepflegt. Bereits seit einiger Zeit wird entsprechend bei den Preisen ein „Certified Alexa Rank for Your Site“ angeboten. Die kleinste Variante kostet 19,99 US $ und ist für Websites geeignet, die bis zu 10 Millionen Pageviews pro Monat haben. Dieser Plan sollte eigentlich für die meisten Websites ausreichen. Wer umfangreichere Analyse-Tools und Daten benötigt, muss zu anderen Tarifen greifen. Hier wird es dann teilweise nicht gerade günstig. Verglichen mit SEMrush, ahrefs, Sistrix oder Majestic liegt Alexa mit seinen Angeboten gut in der Mittelklasse. Gerade SEO-Agenturen müssen sich wohl darauf einstellen, dass es nicht günstiger in Zukunft wird. Ich erinnere hier nur an die Preise für die Bing APIs.

Die kostenlose Auslieferung des Alexa-Traffic-Ranks verbraucht ganz sicher riesige Ressourcen und bringt für das Unternehmen selbst kaum einen relevanten Nutzen.

Wir werden sehen, wie es weitergeht mit dem kostenlosen Alexa-Traffic-Rank. Sollte er Googles öffentlichen Page Rang ins SEO-Grab folgen, wonach es für mich aktuell aussieht, dann wird das ein großes Loch hinterlassen. Wie ich bereits sagte, gibt es für eine „Pi-Mal-Daumen“- Einschätzung einer Website, die auch noch kostenlos ist, keine Alternative. Ich spreche hier nicht von den vielen kleinen Portalen, wo man sich eine kleine On-Page-Analyse für seine Website kostenlos automatisiert erstellen lassen kann, die am Ende wenig Aussagekraft hat; ich spreche von einer Hausnummer, die in einen einzigen Wert eine Bedeutung legt und das auch noch kostenlos.

Bin ich nun ein Alexa-Traffic-Rank-Fan-Boy? In gewisser Weise bin ich das und allgemein ist diese Sichtweise auch bei meinen Kollegen im Unternehmen zu finden. Die ganzen „Größen“ in der SEO-Szene haben den Alexa-Traffic-Rank immer schon mies und madig gemacht und früher war er auch ein eher mäßiges Tool für einen ersten Blick, aber heute (seit einigen Jahren) taugt er wirklich etwas und ich würde es schade finden, wenn der kostenlose Traffic Rank das Zeitliche segnet.

Lassen wir uns überraschen! Beim öffentlichen Google Pagerank hat es auch fast 2 Jahre gedauert, bis auch der letzte Freak realisiert hat, dass er in den SEO-Himmel eingezogen ist. Sogar heute gibt es noch „Spezialisten“ die Backlinks verkaufen, von Websites mit einem öffentlichen PR 6 oder höher :-).

Und nie vergessen: „Content ist und bleibt King!“

 

Willkommen im Info-Center vom Seo Boss

Willkommen im neuen Info-Center vom Seo Boss. Hier werden wir in Zukunft unseren Blog pflegen, Meinungen zum Thema SEO und dem Umfeld dazu, und natürlich auch Informationen zu unseren Partner-Unternehmen oder Websites von Kunden publizieren.

Da wir nicht nur auf unser SEO-Thema festgenagelt sind, werden wir auch über den Tellerrand hinweg sehen und anderes in die Gegend werfen :-).

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Wie Sie sehen, haben wir uns hier im Info-Center Minimalistik auf die Fahnen geschrieben. Wir werden hier selten ein Bild oder eine Grafik veröffentlichen. Uns geht es hier einzig um Informationen.