SEO, welche Domain hat die selbe IP-Adresse wie meine?

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Für die Suchmaschinenoptimierung einer Website kann es manchmal sinnvoll sein zu wissen, wer die virtuellen Nachbarn sind. Die meisten Websites laufen auf geteiltem Webspace, oft in einer virtualisierten eigenen System-Umgebung. Das bedeutet, dass viele Domains sich ein und dieselbe IP-Adresse teilen und oft auch auf demselben Server physisch gehostet werden. Manchmal sind es mehrere tausend Domains die sich dieselbe IP-Adresse teilen, aber auch Rootserver haben nicht immer eine IP-Adresse für sich allein.

„Offiziell“ hat diese Nachbarschaft keinen Einfluss auf das Ranking einer Website, aber „offiziell“ ist nicht immer das was wirklich gilt.

Gibt es auf derselben IP-Adresse z.B. einige Websites oder Domains die auf einer Blacklist stehen, kann das einen negativen Effekt auf die eigene Website haben. Deswegen ist es gut zu wissen, welche Domains alles dieselbe IP-Adresse verwenden wie unsere eigene Domain. Dem Hoster ist es ziemlich egal. Bekommt er einen neuen Kunden, wird er dessen Webspace (Speicherplatz für die Dateien der Website/ Domain) auf einen Server legen, der gerade Platz bietet. Sehr gute Hoster achten auf eine gute Balance und Mischung der Websites und entsprechend fallen hier auch höhere Hosting-Kosten an. Billighoster machen auf Masse und nehmen wenig Rücksicht auf die einzelnen Belange der Domains. Hier kommt es dann nicht selten zu Totalausfällen, weil es eben immer Websites gibt, die zu viele Ressourcen für sich in Anspruch nehmen. Das korrekte Limitieren der Server-Ressourcen (Zuteilung von Systemressourcen für die einzelne Domain) erfordert Systemadministratoren, die sich mit dieser Materie auskennen, und diese Fachkräfte kosten wieder Geld (Gehalt) und treiben die Preise in die Höhe.

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Im Prinzip ist es kein Problem mehrere tausend Domains über ein und dieselbe IP-Adresse an das Internet anzubinden und technisch wäre es sogar möglich, 5 – oder sogar 10 000 Domains auf einer IP laufen zu lassen.

Die meisten Domains weltweit laufen noch über eine IPv4-Adresse. Der Adressbereich von IPv4 ist sehr begrenzt und tatsächlich ist dieser Adressbereich schon seit einiger Zeit erschöpft. Man kann sich zwar auch heute noch eine eindeutige eigene IPv4-Adresse kaufen, weil viele Hoster sich diese auf Vorrat reserviert haben, aber hier muss man natürlich wieder extra für diese Adresse bezahlen. Die Preise halten sich jedoch in Grenzen. Wann immer möglich, sollte man versuchen eine eigene IP-Adresse für die Domain der Website zu bekommen oder sogar einen eigenen Server, auch wenn es nur ein kleiner shared Root-Server ist. Erfahrungsgemäß teilen sich diese nur mit wenigen anderen Domains die IP-Adresse. Echte dedizierte Rootserver (komplette Hardware-Server) sind natürlich am besten, weil man hier die volle Kontrolle hat und meistens auch eine eigene eindeutige IP inklusive ist. Für viele Websites und kleine Webprojekte sind aber dedizierte Webserver vollkommen überdimensioniert und die Kosten stehen in keinem guten Verhältnis zum Nutzen. Hinzu kommt noch, dass wir hier die Administration des Servers komplett selbst übernehmen müssen. Damit stehen wir direkt in der Haftung, wenn mit diesem Server irgendetwas mieses passiert. Da Server permanent unter Angriffen leiden, ist es nur eine Frage der Zeit, wann schlecht gewartete Server von bösen Buben missbraucht werden.

Um dem vorzubeugen, könnten wir zu einem managed Rootserver greifen. Hier übernimmt der Hoster die grundsätzliche Verwaltung des Servers (Updates usw.) und kümmert sich vor allem um die Sicherheit. Das schlägt natürlich wieder voll auf die Kosten durch. Dedizierte managed Server kosten oft das Mehrfache eines Servers der selbst verwaltet wird (bei gleicher Ausstattung). Gerade Unternehmen mit Webshops sollten langfristiger denken und wenn sie keine eigenen Systemadmins haben, sich für einen managed Server entscheiden. Das erspart sehr viel Zeit und oft auch Ärger.

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Es gibt genügend Portale wo Hoster getestet werden. Bevor jemand sich für einen Hoster entscheidet, kann ein Blick auf eines dieser Portale nicht schaden. Ich kann hier z.B. Webhoster-Wissen empfehlen oder Webhosting-Vergleich.

Egal was „offiziell“ gesagt oder geschrieben wird. Es ist ein Fakt, dass eine Website/ Domain von einer schlechten virtuellen Nachbarschaft negative Einflüsse erben kann.

Haben wir z.B. einen bekannten Spamer, der seine Massen-E-Mails über seine Website versendet und dieser verwendet die selbe IP wie unsere eigene Domain, ist es sehr wahrscheinlich, dass auch unsere E-Mails nicht durch alle Spamfilter durchkommen und unschuldig im Spam-Ordner landen.

Jetzt fehlt nur noch eine Anlaufstelle, wo wir unsere virtuelle Nachbarschaft checken können. Man findet hier sehr viele Anbieter, die im Grunde alle zu empfehlen sind. Die Such-Phrase um diese zu finden lautet: „Reverse IP Check“.
Wer zu faul ist zu suchen, der könnte z.B. diesen Anbieter verwenden um zu checken welche Website/ Domain mit derselben IP ans Web angebunden ist.

Noch ein Hinweis zum Schluss. Es gibt auch unter den Billighostern gute Anbieter. Wie immer, Ausnahmen bestätigen die Regel 😎.

Dieser Beitrag wurde zuerst in unserem Steemit-Blog veröffentlich.