Not und Kraft

Ja, der SEO-BOSS ist wirklich kreativ und bringt heute seine erste Ballade in die Welt.

Ich wollte immer schon mal eine Ballade schreiben, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen oder mir fehlte die Stimmung. Jeder der selbst Gedichte schreibt weiß, dass die Emotionen gegenwärtig sein müssen, sonst wird die Dichterei nicht glaubwürdig und leer.

Not und Kraft

Der Abend ist neblig und spät ist die Stunde,
da meldet ein Wehen, ein Weinen dem Mann,
dass etwas passiert ist, er blickt in die Runde
und findet den Knaben mit blutender Wunde
und fürchtet, dass er wenig helfen hier kann.

Die beiden im Urlaub, an einsamen Orte
weit weg von den Häusern, wo Hilfe stets ist.
Die Schreie des Schmerzes bedecken die Worte,
jene von liebend` und tröstender Sorte,
die einmal gesprochen, niemand vergisst.

Das Leben zu retten, der Vater nur will.
Was kann er tun, er hat keine Zeit?
Er bindet das Bein, der Knabe wird still.
So schnell wird zur Hölle, was eben Idyll;
und Hilfe ist leider so unendlich weit.

Kein Auto, kein Fahrrad, kein Pferd und kein Boot.
Gewandert die beiden, zwei Tage zu Fuß.
Es schwindet die Sonne, der Abend wird Rot.
Der Mann greift den Sohne und rennt mit der Not.
Der Sohn stöhnt vor Schmerzen und fürchtet den Tod.

Die Bäume des Waldes, im Schatten, wie Wächter,
betrachten den Läufer mit seinem Gepäck.
Der Sohn sieht Gespenster und murmelt vor Schreck:
Vater sie kommen, die grusligen Schlächter.

Schweiß läuft wie Wasser und nass ist die Haut.
Er rennt wie ein Meister, ein Vater der liebt,
das Fürchten ihm stets neuen Antriebe gibt.
Der Abend nun vollends den Tag hat verdaut.

Oh Vater ich sterbe, ich will nicht verbluten.
Mein Kind, sei ganz leise, ich lauf wie der Wind,
ich seh in der Ferne die Häuser, die guten,
Sei mutig mein Kleiner, am Ziel wir bald sind.

Das Blut aus der Wunde durchdringt Vaters Sachen.
Er spürt es und weiß um die schwindende Chance.
Er müht sich und schleppt sich schon fast wie Trance,
Es atmet der Junge mit offenen Rachen.

Der Ort kommt nun näher und Lichter und Leute.
Erschöpfung beim Vater, doch der gibt nicht auf.
Schwarz ist die Nacht, zwischen Gestern und Heute.
Komm, sagt der Mann sich: hier muss ich noch rauf.

Die Kraft jedes Menschen geht mal zur Neige.
Der Vater ein Held, der sein Antlitz verbirgt.
Das Kind liegt ihm bleiern im Arme und schweigt.
Hat dieser Unfall sein Leben verwirkt?

Schmerzen und Leiden beim Arzt angekommen.
Der sieht Alarm von beiden Gestalten,
In letzter Sekunde des Lebens Gewalten,
des Kindes, des Knaben mit Glück noch erhalten.
Dann hat er den Kleinen vom Vater genommen.

Jetzt muss es ganz schnell geh´n und alles gelingt.
Das Kind ist gerettet und bald wieder springt.

Der Vater im Kollaps zusammengebrochen.
Der Kreislauf am Ende, das Herz wird ganz schwach.
Die Augen geschlossen und nie mehr gesprochen.
Die Seele zieht aus, doch bleibt immer wach.

Gefährlich das Leben in jeder Sekunde.
Bedenke, mein Freund, jeder Schritt sei dir Gnade!
Gefahr ist nicht immer wie bellende Hunde.
Sie kommt morgens, früh und in nächtlicher Stunde.
So hüte dein Leben und stehe stets gerade.

Du hast nun vernommen, meiner Traurigkeit Zeilen.
Wer väterlich stets seinen Nächsten umsorgt,
der darf in der Sphäre der Liebe verweilen!

grafik.png
Bildquelle: Pixabay

© by @seo-boss