Sünde und Wandel

Sünde

Vor langer Zeit,
genaues weiß man heute nicht,
es waren wohl Äonen.
Da brach der Bund und Hass und Leid,
im Siegel der Dämonen,
hernieder fielen und begannen,
das Menschen hassten, Tränen rannen
und jede Torheit neu geboren.
Der Seelenfrieden war gebrochen.
Nur wenige, die ungeschoren,
nach dem Gesetz noch rochen.

So wurde alles Land besetzt
mit Bosheit, List und Gier.
Wie Schimmel an den Wänden wächst
und alles nimmt und dann verletzt.
Mit schwarzem Blut ins Herz gekleckst.
Auf Erden thront das Tier.

Dimensionen sind zerbrochen.
Der Menschheit Torheit Oberhand gewann.
So vergingen die Epochen.
Nun frag dich wohl, wer das ersann?

Manche Sünde scheint so heiter,
macht Spaß und darum denkst du tut sie gut.
Diabolisch ist der Sünde Eiter.
Siehst nicht der Augen schwarze Glut?

Kinder trinken Feuerwasser,
schlucken bunten Pillen.
Drogenrausch-Gesicht wird blasser,
wollen Süchte stillen.
Weißes Puder auf dem Klo,
Spritzen zwischen Spielplatz-Sand,
Ich sprech vom Lande Nirgendwo,
das letztlich überall entstand.

Animalisch Treue los
ziehen sich die Blicke an.
Mann und Frau sind Dinge bloß,
die scheinbar niemand leiden kann.
Zwei Geschlechter reichen nicht
Siehst du wie die Knaben scheinen?
Blonde Zöpfe kaum in Sicht.
Mit Maschinen zu vereinen,
scheint ein Plan von langer Sicht,
alle Menschen müssen weinen.
Trist und trübe sei die Zeit.
Angst soll wachsen überall.
Puppen hängen an den Leinen
und fliegen gern mit Überschall.

Tiere leiden Höllenqualen.
Friss und kauf und sei sehr brav.
Immer seine Steuern zahlen
ist das, was der Mensch noch darf.

Die Natur ist fast verloren,
ausgerottet viele Arten.
Wer glaubt er würde neu geboren,
darf bald in der Hölle braten.

Krieg und Blut unendlich wüten.
Bruder schießt auf seines Gleichen.
Erinnere wo Blumen blühten,
nun bedeckt von zahllos´ Leichen.

Ich schreibe diese Verse hier
und kann nicht jede Sünde zählen.
So lang im Kühlschrank steht das Bier,
wirst du die Torheit wählen.
Bin selbst kein Heiliger, oh nein.
Doch denke ich, das ist egal.
Die Zeit läuft ab und alle Pein,
wird enden stets im Jammertal.

Wer sind die Bösen, wer die Guten?
Wo ist die Antwort auf die Frage?
Willst du schmoren in den Gluten,
oder friedlich schlafen auf der Trage?

Das Böse zeigt sich gerne strahlend,
warum das ist, hat viele Gründe.
Worte in die Gegend malend,
beseitigt nicht die Sünde.

Wandel

Liebe Menschen, Tiere Pflanzen!
Liebe alles was gedeiht!
Lass uns heute fröhlich tanzen!
Sei zum Wandel nun bereit!

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Bildquelle: Pixabay

© by @seo-boss

Das wundersame Wesen

Meine Collage „Das Chamälion“ hatte ich hier vor einigen Monaten schon mal gezeigt. Dieses Tier kann beide Augen unabhängig von einander bewegen und so einen Blickwinkel von über 340° abdecken, wohlgemerkt, ohne das es den Kopf bewegen muss. Das finde ich sehr erstaunlich. Noch erstaunlicher finde ich die Fähigkeit, dass ein Chamälion die Farbe der Körperoberfläche ändern kann. Es kann sich so immer der Farbe der Umgebung anpassen und wird damit selbst zur Umgebung.

Ich schreibe ja zu jedem meiner Bilder immer ein kleines Gedicht und bei meinem Chamälion, das ist mir heute aufgefallen, hatte ich das wohl vergessen. Als konsequenter Mensch habe ich sofort Befehl an meine Schläfen gegeben, ein paar Verse rauszuhauen :-).

OK, hier sind meine Zeilen zu meinem Bild.

Das wundersame Wesen

Zwincker, zwincker mit den Kulleraugen.
Dieses Tier ist wirklich sonderbar.
Die Zunge klebt und tut zum Fangen sehr gut taugen.
Färbt sich der Körper, sagt der Fotograf, „Aha!“

Ok, es ist Natur und diese zaubert täglich;
doch bleibe ich verzaubert jeden Atemzug.
Mein Werk hält fest, ich hoff´, es ist erträglich,
was mir beim Schauen auf die Kunst-Neuronen schlug.


© by @seo-boss

Not und Kraft

Ja, der SEO-BOSS ist wirklich kreativ und bringt heute seine erste Ballade in die Welt.

Ich wollte immer schon mal eine Ballade schreiben, aber irgendwie bin ich nie dazu gekommen oder mir fehlte die Stimmung. Jeder der selbst Gedichte schreibt weiß, dass die Emotionen gegenwärtig sein müssen, sonst wird die Dichterei nicht glaubwürdig und leer.

Not und Kraft

Der Abend ist neblig und spät ist die Stunde,
da meldet ein Wehen, ein Weinen dem Mann,
dass etwas passiert ist, er blickt in die Runde
und findet den Knaben mit blutender Wunde
und fürchtet, dass er wenig helfen hier kann.

Die beiden im Urlaub, an einsamen Orte
weit weg von den Häusern, wo Hilfe stets ist.
Die Schreie des Schmerzes bedecken die Worte,
jene von liebend` und tröstender Sorte,
die einmal gesprochen, niemand vergisst.

Das Leben zu retten, der Vater nur will.
Was kann er tun, er hat keine Zeit?
Er bindet das Bein, der Knabe wird still.
So schnell wird zur Hölle, was eben Idyll;
und Hilfe ist leider so unendlich weit.

Kein Auto, kein Fahrrad, kein Pferd und kein Boot.
Gewandert die beiden, zwei Tage zu Fuß.
Es schwindet die Sonne, der Abend wird Rot.
Der Mann greift den Sohne und rennt mit der Not.
Der Sohn stöhnt vor Schmerzen und fürchtet den Tod.

Die Bäume des Waldes, im Schatten, wie Wächter,
betrachten den Läufer mit seinem Gepäck.
Der Sohn sieht Gespenster und murmelt vor Schreck:
Vater sie kommen, die grusligen Schlächter.

Schweiß läuft wie Wasser und nass ist die Haut.
Er rennt wie ein Meister, ein Vater der liebt,
das Fürchten ihm stets neuen Antriebe gibt.
Der Abend nun vollends den Tag hat verdaut.

Oh Vater ich sterbe, ich will nicht verbluten.
Mein Kind, sei ganz leise, ich lauf wie der Wind,
ich seh in der Ferne die Häuser, die guten,
Sei mutig mein Kleiner, am Ziel wir bald sind.

Das Blut aus der Wunde durchdringt Vaters Sachen.
Er spürt es und weiß um die schwindende Chance.
Er müht sich und schleppt sich schon fast wie Trance,
Es atmet der Junge mit offenen Rachen.

Der Ort kommt nun näher und Lichter und Leute.
Erschöpfung beim Vater, doch der gibt nicht auf.
Schwarz ist die Nacht, zwischen Gestern und Heute.
Komm, sagt der Mann sich: hier muss ich noch rauf.

Die Kraft jedes Menschen geht mal zur Neige.
Der Vater ein Held, der sein Antlitz verbirgt.
Das Kind liegt ihm bleiern im Arme und schweigt.
Hat dieser Unfall sein Leben verwirkt?

Schmerzen und Leiden beim Arzt angekommen.
Der sieht Alarm von beiden Gestalten,
In letzter Sekunde des Lebens Gewalten,
des Kindes, des Knaben mit Glück noch erhalten.
Dann hat er den Kleinen vom Vater genommen.

Jetzt muss es ganz schnell geh´n und alles gelingt.
Das Kind ist gerettet und bald wieder springt.

Der Vater im Kollaps zusammengebrochen.
Der Kreislauf am Ende, das Herz wird ganz schwach.
Die Augen geschlossen und nie mehr gesprochen.
Die Seele zieht aus, doch bleibt immer wach.

Gefährlich das Leben in jeder Sekunde.
Bedenke, mein Freund, jeder Schritt sei dir Gnade!
Gefahr ist nicht immer wie bellende Hunde.
Sie kommt morgens, früh und in nächtlicher Stunde.
So hüte dein Leben und stehe stets gerade.

Du hast nun vernommen, meiner Traurigkeit Zeilen.
Wer väterlich stets seinen Nächsten umsorgt,
der darf in der Sphäre der Liebe verweilen!

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Bildquelle: Pixabay

© by @seo-boss